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Pink Money

Schwule zwischen Kampf und Konsum
Von Günther Moser, 29.06.2006

Erstmals wurde in Österreich untersucht welche Unterschiede es zwischen Schwulen und Heteros im Konsumverhalten gibt. Manchen schwulen Aktivisten stellt es dabei die Haare auf.

Überraschend groß war das Medieninteresse an den Ergebnissen. Fast 30 Journalisten kamen zur Pressekonferenz Anfang Jänner ins Hotel "Le Meridien" - darunter auch ein Gay-Medium (Rainbow Online).

Verzerrte Darstellungen der Studienergebnisse waren in den letzten sieben Monate vereinzelt in Szeneblättern und diversen Online-Diskussionen zu lesen. Eines wird dabei klar: für politisch bewegte Aktivisten ist die Sichtweise naturgemäß eine andere als für die Wirtschaft. Für die einen sind Schwule, Lesben und Transgenderpersonen eine unterdrückte, diskriminierte Minderheit, für die um GLEICHstellung gekämpft werden muss. Die gar nicht so neue Erkenntnis, daß Schwule (Lesben und Transgenderpersonen wurden nicht befragt) über eine höhere Kaufkraft verfügen, bringt manche Aktivisten auf die Palme. Das Groteske daran ist, daß die höhere Kaufkraft nicht trotz sondern wegen der Diskriminierung in manchen Bereichen zu erklären ist.

Wenn nun die Wirtschaft Schwule als "hoch attraktive Zielgruppe" entdeckt, geht es ihr dabei natürlich nicht um politische Anliegen. Marketing hat die Aufgabe, Umsatz zu steigern und den Markt bestmöglich zu bearbeiten. Das liegt wohl auf der Hand und kann niemanden vorgeworfen werden. Noch dazu wo Zielgruppenmarketing heute zum Standard gehört.

Also, keine Bange: Trotz höherer Kaufkraft, braucht die Community immer noch Leute, die sich politisch für die gleichen Rechte einsetzen. Lassen wir einfach jedem seine Arbeit tun, ohne uns wechselseitig ans Bein zu pinkeln. Das spart Energie für die wesentlichen Dinge.


Ergebnisse der Studie

Im Jänner 2006 wurden 991 schwule und 503 Heteromänner zum Freizeit- und Konsumverhalten befragt. Die Studie wurde von agpro und der PINK Marketing GmbH bei Marketagent in Auftrag gegeben.

Die größten Abweichungen zeigten sich in diesen Bereichen:
  • Kultur: + 65 %
  • Sport: + 53 %
  • Reisen: + 45 %
  • Bekleidung: + 42 %
  • Ausgehen: + 30 %
Natürlich gibt auch Branchen, in denen Schwule weniger ausgeben als Heteros: Spielwaren, Tabakwaren, Nahrungsmittel, Autos und Versicherungen.

Linktipps:
Ergebnisse der Studie Jänner 2006
PINK Marketing GmbH



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USER-KOMMENTAREBeitrag posten
 
von frederik23 am 02.08.06 22:45
Das kann ich gut verstehen.
Die meisten Typen in Vereinen sind sowas von verbittert und frustiert, daß sie glauben wenn die volle Gleichstellung erreicht ist, sind sie arbeitslos und verschwinden in der Versenkung
Antworten