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Am Kreuzweg

Im Namen des Kreuzes
von Peter Jobst.20.04.2012.

»Toni« Schwarz, 50jähriger Ex-Polizist, Privatdetektiv, geschieden hat das Herz am rechten (=links liberalen) Fleck. Sein neuer Fall konfrontiert ihn mit seiner tief sitzenden Angst vor Homosexualität:


Die Mutter des Seminaristen Matthias Sass beauftragt ihn mit Recherchen über dessen Selbstmord. Sie vermutet Missbrauch durch einen Pfarrer, der für ihren Sohn Ersatz-Vater war. Dann nimmt sich auch dieser das Leben.


Für Schwarz ein eindeutiges Indiz für Mord. Nun zieht sie den Auftrag zurück. Schwarz macht weiter, auch als es für ihn gefährlich wird. Ein scheinbar unlösbarer Fall mit vielen Ungereimtheiten.


Der tote Pfarrer war zwar schwul, jedoch nicht pädophil. Zwischen Pastoralreferent Weber und Sass aber bestand eine enge Verbindung. Dann stirbt auch dieser ...

Der eifernde Ermittler des Ordinariats, Ex-LKA-Beamter, stört mit Hilfsangeboten. Schwarz vermutet dahinter einen rechtsradikalen Aktivisten, dem die Polizei blind vertraut. Tödliche Gefahr im Vollzug.

Weitere Spuren führen in ein Heim für Jungs, das von dem dubiosen Orden Sancta militia Jesu geleitet wird. Dahinter stehen von der Kirche vor der Justiz geschützte Missbrauchs-Täter, die aus ihrem lateinamerikanischen Exil nach Deutschland mit neuem Pass zurückkehren und Demokratie und Freiheit als Feinde der Kirche Gottes bekämpfen.

Ein uriger Landpfarrer, der Widersprüche zwischen Lehre und Praxis bei Priestern klar sieht, hilft bei den Ermittlungen. Zum Missfallen einer Kirche, die ungehorsame Mitarbeiter des Missbrauchs bezichtigt, kirchentreue schwarze Schafe in eigenen Reihen aber weiter deckt.

Der mit der Materie bestens vertraute Peter Probst verliert nie die Kontrolle über den komplexen Stoff. Ein gutes Gespür für Stimmungen und Konflikte, authentisch spritzige Dialoge machen den Roman spannend wie unterhaltsam.

Der im Münchner Ambiente zwischen Schick und Rückständigkeit angesiedelte Krimi bricht eine Lanze für Zivilcourage. Doppelmoral, Lebenslügen, Vertuschungen, Enthüllungen haben in der Realität diese gelungene Fiktion längst eingeholt.


Peter Probst bei Lesung, mit Amelie Fried
Im Reich der Märtyrer: Derek Jarmans Sebastiane

Facts


Peter Probst (* 1957 in München) Schriftsteller, Drehbücher, arbeitet zusammen mit seiner Frau Amelie Fried.

Reihe Schwarz ermittelt (im Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen)
• Blinde Flecken. 2010,
• Personenschaden. 2011
• Im Namen des Kreuzes. 2012
Fotos: Wolfgang Balk, Peter Jobst


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